Archiv für Juli 2009

Gewerkschaft heute

IGM

ist, den Staat um eine sozialere Politik anzubetteln und obendrein den demokratischen Kapitalismus als Wunschkonzert zu verkaufen indem nur mal eine halbe Million Menschen ihre Meinung sagen müssen.

Liebe Gewerkschaften, eure Aufgabe, ein Gegengewicht zum Kapital zu sein um der Arbeiterklasse ein Überleben zu sicher erfüllt ihr so nicht. Kein Wunder, dass der Staat sich um alles kümmern muss und demnächst womöglich Mindestlöhne vorschreibt die zu erkämpfen ihr euch zu fein seid.

So eine Gewerkschaft braucht wirklich keiner. Außer Staat und Kapital.

Analogkäse und Gel-Schinken

Lecker lecker, was Spiegel Online heute aus der Welt des Wohlstands und der Konsumentendemokratie zu vermelden hat: Die Verbraucherschutzzentrale Hamburg war einkaufen, hat ein paar Produkte analysiert und rausgekriegt, dass da so einiges eklig bis gesundheitsgefährdend ist, wovon man sich Tag für Tag nährt.
Und woran liegts? An betrügerischen Herstellern und einer lobbyistischen Ministerin, meint die Verbraucherschutzzentrale. „Der deutsche Kunde ist sehr preisbewusst, deshalb bieten wir ihm diese Form von Lebensmitteln an,“ meint ein Hersteller.
Komisch, dass bereits Marx folgendes berichtet: „In London existieren zweierlei Sorten von Bäckern, die „full priced“, die das Brot zu seinem vollen Werte verkaufen, und die „undersellers“, die es unter diesem Werte verkaufen. Letztere Klasse bildet über 3/4 der Gesamtzahl der Bäcker. Diese undersellers verkaufen, fast ausnahmslos, Brot, das verfälscht ist durch Beimischung von Alaun, Seife, Perlasche, Kalk, Derbyshire-Steinmehl und ähnlichen angenehmen, nahrhaften und gesunden Ingredienzien. (mehr…)

„Freiheit tut auch weh“

Bundesminister Tiefensee (SPD) hatte am vorletzten Freitag die Aufgabe eine Studie vorzustellen, die er als Beauftragter für die neuen Länder in Auftrag gegeben hatte. Diese hatte den Zweck, die rechte staatstreue Gesinnung des Volkes zu überprüfen und dafür 1208 Menschen in Ost und West nach ihrer Sicht auf die DDR zu befragen. Unglücklicherweise fanden in den neuen Ländern 49 % der Befragten, dass die DDR mehr gute als schlechte Seiten gehabt habe. Tiefensee sah sich zu einer Erklärung ob dieser Undankbarkeit herausgefordert und gab angesichts hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Verunsicherung zu Protokoll, dass Freiheit auch weh tue. Was als pädagogische Zurechtweisung gemeint gewesen sein mag, ist natürlich eher ein Argument gegen die Freiheit des Individuums, welches auf die verursachten Schmerzen eventuell auch verzichten könnte. Dank Tiefensees Ehrlichkeit gibt’s einen weiteren Kronzeugen gegen die richtige Freiheit, die sich nun einmal darin auflöst, die eigene Interessensverfolgung auf den erlaubten Wegen wollen zu dürfen, ungeachtet der Untauglichkeit dieser Möglichkeiten für ein gutes Leben.

P.S.: Sehr richtig sind auch die Freiheitsvorstellungen von Cosmojl, welcher das Prinzip der Lizenz zur Rücksichtslosigkeit gut begriffen hat.