„Freiheit tut auch weh“

Bundesminister Tiefensee (SPD) hatte am vorletzten Freitag die Aufgabe eine Studie vorzustellen, die er als Beauftragter für die neuen Länder in Auftrag gegeben hatte. Diese hatte den Zweck, die rechte staatstreue Gesinnung des Volkes zu überprüfen und dafür 1208 Menschen in Ost und West nach ihrer Sicht auf die DDR zu befragen. Unglücklicherweise fanden in den neuen Ländern 49 % der Befragten, dass die DDR mehr gute als schlechte Seiten gehabt habe. Tiefensee sah sich zu einer Erklärung ob dieser Undankbarkeit herausgefordert und gab angesichts hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Verunsicherung zu Protokoll, dass Freiheit auch weh tue. Was als pädagogische Zurechtweisung gemeint gewesen sein mag, ist natürlich eher ein Argument gegen die Freiheit des Individuums, welches auf die verursachten Schmerzen eventuell auch verzichten könnte. Dank Tiefensees Ehrlichkeit gibt’s einen weiteren Kronzeugen gegen die richtige Freiheit, die sich nun einmal darin auflöst, die eigene Interessensverfolgung auf den erlaubten Wegen wollen zu dürfen, ungeachtet der Untauglichkeit dieser Möglichkeiten für ein gutes Leben.

P.S.: Sehr richtig sind auch die Freiheitsvorstellungen von Cosmojl, welcher das Prinzip der Lizenz zur Rücksichtslosigkeit gut begriffen hat.