Thema bei ARD Mittagsmagazin, 2.9. 09 – EU Kommission: Gerechtere Verteilung von Flüchtlingen

Die EU-Kommission hat ein Anliegen: Flüchtlingen zu helfen, die auf der Flucht vor Not in Europa Zuflucht zu finden hoffen und meist nicht finden. Grund: Einige Staaten, allen voran Italien und Griechenland, sind mit der „Flüchtlingswelle“, die aus ungeklärten Gründen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, überfordert. So kommt es dazu, dass sich in Italien strafbar macht wer Flüchtlingen in Seenot hilft und Flüchtlingsboote sogar mutwillig abgedrängt wurden. „Mit allen Konsequenzen“. (Das Fernsehbild zeigt ein Boot voller Leichen.)
Um den Opfern der Flüchtlingswelle den Druck der sie zu solch unästhetischen Abwehrmaßnahmen treibt zu nehmen, sollen die Lasten des gemeinsamen Anliegens den armen Menschen zu helfen gerechter verteilt werden. Leider sind deutsche Politiker allenfalls bereit, Malta hundert Flüchtlinge abzunehmen. Italien und Griechenland wird die Fähigkeit zum wie auch immer gearteten Umgang mit der Last von dieser Seite durchaus zugetraut – Ein Problem des politischen Willens, wie ein sachkundiger Menschenrechtsexperte bemerkt. Irgendwie mit diesem Hilfsanliegen in Zusammenhang steht übrigens eine Einrichtung namens Frontex, die, mit ein paar Millionen Euro nicht grade reichlich ausgestattet, jährlich die Einsätze von Grenzschutztruppen koordiniert. Für die Versorgung von Flüchtlingen hat die EU sage und schreibe neun Millionen Euro übrig, also soviel, wie jedes schlechtere Wohngebäude in Citylage wert ist. Eher wenig, wie selbst der Kommentatorin auffällt.

Also wie war das also nochmal? Die EU-Kommission möchte Flüchtlingen helfen? Die Länder würden gern, bringen diese aber (aus reinem Selbstschutz) eher um? Klingt wie eine ziemlich dreiste Zurechtinterpretation der nachfolgenden Fakten. Die künden eher vom absoluten Desinteresse an Hilfe und einem EU internen Streit darum, wer die Lasten der Flüchtlingsbekämpfung und des Rausekelns der paar Durchkommenden zu übernehmen hat.
Schlimm ist, dass diese absolut grobe Strategie des Uminterpretierens der Fakten in Schwierigkeiten bei der Hilfeleistung beim größten Teil des Publikums auch noch verfängt. Sonst wäre es unmöglich, diese demokratischen Staaten augerechnet wegen ihrer nie dagewesenen Menschenfreundlichkeit gutheißen zu wollen.

Die Sendung wurde leider nicht online veröffentlicht, ein Textbeitrag findet sich hier


1 Antwort auf „Thema bei ARD Mittagsmagazin, 2.9. 09 – EU Kommission: Gerechtere Verteilung von Flüchtlingen“


  1. 1 l 04. September 2009 um 13:46 Uhr
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