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Warum Linke konformistische Kritiker vielleicht scheiße finden, aber nicht kritisieren können.

So richtig scharf auf eine öffentliche Auseinandersetzung mit Brie ist bei der Linken keiner. Kein Wunder, schließlich ist innerparteiliche Geschlossenheit eine demokratische Tugend. Da gilt es nicht etwa, die Kritik zur Kenntniss zu nehmen oder zu widerlegen, sondern den Medien kein Material für hämische Kommentare zu bieten. Da der Spiegel aber einen Bericht über eine zerstrittene Linke im Programm hatte, ist er dieser Zurückhaltung begegnet und hat die für wichtig befundenen Funktionäre direkt nach Veröffentlichung des Brie-Essays angerufen und um eine Stellungnahme gebeten. Die fällt erwartungsgemäß empört aus und hat an Brie genau einen Kritikpunkt: Parteischädigendes Verhalten. (mehr…)

Ein linker Parteistratege macht sich Sorgen: André Brie auf Spiegel-Online

Ein bisschen eigentümlich ist es schon, dass ein Kopf der linkesten Realpartei der Nation seine Strategievorstellungen bei dem Spezialmedium für nationale Standpunktpflege ausbreiten darf und dies dann auch noch tut. Erstens fragt es sich, warum Spiegelleser, die der Linken wohl eher ablehnend gegenüberstehen, sich dafür interessieren sollen. Wer braucht eine Strategie für einen Zweck, den er nicht teilt? Eigentümlich auch deswegen, weil Strategiedebatten doch wohl eher in Parteipapiere gehören, als in die Massenmedien und nicht zuletzt deshalb, weil ausgerechnet ein Blatt gewählt wird, welches, wenn es über die Linke schreibt, meist vor ewiggestrigen Populisten zu warnen hat, die das brave Volk mit unerfüllbaren sozialen Versprechen zu ködern versuchen.
Dergleichen Vorbehalte konnte Brie offenbar ausräumen. (mehr…)